Steinbilder III - Gesteine, Mineralien und Fossilien im Stadtgebiet von Pforzheim und im Enzkreis

Die alphabetische Liste bei Steinbilder I und Steinbilder II zeigt den Bestand an Bildern bis etwa 2014. Zwischen 2014 und 2020 kamen neue Funde dazu. So entstand unter Steinbilder III und IV eine zweite alphabetische Liste:

Bohnerz: Pforzheim, Westtangente; aus lehmigen Spalten im Oberen Muschelkalk.

Brauner Glaskopf 1: ein Mineral; schwarz-glänzende, glatte Oberfläche, manchmal halbkugelförmig. - Neuenbürg-Waldrennach, Hirschgarten; Buntsandsteingebiet.

Brauner Glaskopf 2: Name vielleicht von "Glatzkopf"; am Rand schwarz-glänzende Ausprägung, in der Mitte mit einer dunkelbraunen, fasrigen Struktur. - Mineralbildung auf rötlichem Buntsandstein.

Brockelkalk 1: Der blaugraue Kalkstein hat eine Oberfläche, die mit knollig, knaurig, knorrig, wulstig beschrieben wird. Er lässt sich leicht zerschlagen. Die Steinchen im Deckel sind das Ergebnis der Hammerschläge auf den Brockelkalk im folgenden Bild. - Pforzheim, Westtangente, Grünbrücke; Oberer Muschelkalk.

Brockelkalk 2: Pforzheim, Westtangente

Chalcedon: Mineralsteine. Er hat seine eigene Seite unter "Chalcedon, Hornstein, Ackerstein"!

Cycloidesbank: Eine Kalksteinbank im Oberen Muschelkalk enthält in zahlreichen Exemplaren die kleine Terebratel "Coenothyris vulgaris var. cycloides". Die Terebratel ist gesteinsbildend: Auf den zerschlagenen Stücken von einem Stein sind über 30 Terebrateln oder ihre Abdrücke zu sehen. - Göbrichen, zur Doline "Eisinger Loch" hin und Mönsheim, auf dem Buigen; Oberer Muschelkalk.

Cycloides: links die häufige, die übliche Terebratel des Muschelkalks, die "Coenothyris vulgaris", rechts die Sonderform "var." dieser Terebratel - klein, selten und deutlich runder, die "Coenothyris var. cycloides".

Dendriten, dendritisch: eine pflanzenförmige,  bäumchenartige Zeichnung auf einem Stein. Hier sind schwarze Mangan- und gelbliche Eisenver-bindungen wässrig zerflossen und eingetrocknet. Griechische Wortwurzel - "dendron" - Baum; Zimmerpflanze "Philodendron" - Freund des Baumes. - Der oben abgebildete "Stein" ist ein Fossil von einem Acker in Wiernsheim-Serres, ein Ceratitenstück mit Dendriten; Ob. Muschelkalk.

Dolomitsteinbank-Spaltenfüllung: In einer Dolomitsteinbank gibt es Spalten im Gestein, die mit Lehm gefüllt sind. In den Lehm hinein hat das Mineral Calcit seine Kristalle wachsen lassen. Der verlehmte Brocken oben lieferte die Calcit-Rhomboeder unten. - Pforzheim, Westtangente; Diemel-Formation, die oberste Gesteinsschicht im Mittleren Muschelkalk.

Drusiger Buntsandstein: Plattensandstein mit Calcitdrusen. - Pforzheim, Römerstraße, obere Schranke; Oberer Buntsandstein.

Drusiger Muschelkalk: Calcitdruse in einem Dolomitstein; östliches Dammfeld bei Birkenfeld; Mittlerer Muschelkalk.

Drusiges Keupergestein: Calcitdruse in einem  Dolomitstein; kleine Calcit-Skalenoeder sind undeutlich zu sehen. - Waldrandweg "Altenhau" westlich von Ölbronn; Erfurt-Formation, Letten-keuper, Unterer Keuper. - Im folgenden Bild ist dieser Dolomitstein um 90° gedreht. Er ist...

...löchrig und in seinem Gesteinsaufbau, seiner Struktur, sehr unruhig; außerdem ist er...

...auch etwas sandig. Die Sandkörnchen lassen sich leicht mit einem Messer abschaben. Und es ist ein flaseriges Gestein.

Feilenmuschel: Sie liegt häufig als "Stein" auf Ackerflächen im Wellenkalk oder Trochitenkalk. Ist sie lehmverschmiert, dann sieht man nicht sofort das Fossil in ihr. Dann ist es nur ein Stein! - Birkenfeld, Dammfeld, Unterer Muschelkalk, oder Pforzheim, Westtangente, Trochitenkalk, Oberer Muschelkalk.

Flaseriges Gestein: Der gelbliche Bereich des Dolomitsteins ist von blaugrauen oder dunklen Linien durchzogen. Diese Linien sind in die Länge gezogene, dünne, ganz feine Calcit-Lagen. 

Flaserig = mit unregelmäßig verlaufenden Linien durchzogen, unregelmäßig gestreift, zeigt eine Maserung wie ein Stück Holz, erinnert an die Struktur von Muskelfasern oder an gesträhnte Haare; englische Adjektive wären in"veined eyes" - geäderte Augen oder bei "a streaky bacon" - ein durchwachsener Speck. Hier: ein mit kristallinem Calcit durchwachsener derber Dolomitstein.

Flaserkalk: Pforzheim, Lange Grundweg; Trochitenkalk, Oberer Muschelkalk.

Flussspaterz 1: ein Gestein, das bläulichen Flussspat enthält, hellen Quarz und gelblich färbende Eisenverbindungen, frisch geschlagen; die blaue Farbe verblasst ziemlich schnell zu einem weißlichen Grau. Das Bild zeigt das Innere des Steins. - Pforzheim, Käfersteige; im Mittleren Buntsandsteingebiet.

Flussspaterz 2: Das Bild zeigt das Äußere des vorigen Steins, nämlich eine harte und löchrige Quarzhülle. Haut man mit dem Hammer drauf, sprühen die Funken. Der Flussspat ist weg, ist verwittert. Der Quarz bietet der Verwitterung mehr Widerstand.

Geislingen-Bank: dunkler, bituminöser Kalkstein, den Calcitschichten durchziehen können. Die Calcitkristalle sind durch Eisenverbindungen bunt verfärbt. - Ispringen, im Umfeld des Eisenbahntunnels; unterer Mittlerer Muschelkalk.

Gips 1: ein kleines Stück Gips ohne Kristalle. - Sternenfels, Mittlerer Keuper. - Im folgenden Bild ist dieses Gipsstück mit Feile und Schmirgelpapier geglättet:

Gips 2: Mit Mohshärte 2 ist der Gips ein weiches Mineral. Er lässt sich leicht mit dem Fingernagel wegkratzen.

Glimmer 1: Mineral, die hellen silbrig glänzenden Pünktchen auf einem schiefrigen Schilfsandstein. - Ölbronn; Mittlerer Keuper.

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Glimmer 2: Silberne Glimmerplättchen auf einem Plattensandstein. - Pforzheim, Wildpark; Oberer Buntsandstein.

Hauptkonglomeratsandstein: siehe "Oberer Geröllsandstein"!

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Hornstein: siehe eigenes Kapitel nach den "Steinbildern I - IV"!

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Humus: schwarzer lockerer Rohhumus, durch-setzt mit winzigen ausgebleichten Quarzstück-chen; typischer Hangboden unmittelbar über einer Schicht mit Orterde. - Eyachbrücke, Eyach-Enz-Talhänge; Buntsandsteingebiet.

Kahnfüßer-/Grabfüßerplatte: Ackerstein aus Wiernsheim-Serres; in den Ceratitenschichten des Oberen Muschelkalks.

Kalktuff: ein löchriger Kalkstein, der sich an Quellen mit kalkreichem Wasser bildet. - Iptingen, Grenzbachhänge; ein Gestein, das nicht uralt ist, sondern hier und heute entsteht. An der Quelle ist der Kalktuff weich. Er kann aber so hart werden, dass man Häuser damit bauen kann.

Konglomeratischer Dolomitstein: Gerundete Gesteinstrümmer, Gerölle unterschiedlicher Größe sind in dem grauen Gestein eingelagert, dolomi-tische Gerölle in einer eher kalkigen Gesteins-grundmasse.

Die Gerölle sind unterm Messer härter, und sie  sind heller als die Gesteinsgrundmasse.

Die Gerölle reagieren kaum auf eine schwache Säure. Die kalkige Grundmasse verrät sich mit vielen kleinen Gasblasen, den schwarzen Punkten.

Ist die Säure stärker, bilden sich im Kalkteil große Blasen, heftig und schnell (links), im Dolomitteil perlen die Gasblasen klein und verhalten hoch (rechts). - Schützingen, Gausberg; Dolomit-Kalkstein-Bank  im Stubensandstein, die auch kleine Fossilien enthält; Mittlerer Keuper.

Karneol: der Buntsandstein-Karneol ist als Mineral ein Jaspis. Die Steine sind meistens klein, rötlich-weiß und hart, was ihr kantiges, eckig-spitzes Aussehen verrät. Es sind kieselige, quarzhaltige Steine. - Häufig unmittelbar über den mächtigen Felsen des Mittleren Buntsandsteins zu finden; oberste Schicht im Mittleren Buntsand-stein: Karneol-Dolomit-Horizont.

Kristallsandstein: Ein (verquarzter) Buntsand-stein, der auf der Steinoberfläche viele Quarz-kristalle hat. Die Flächen der Kristalle, winzige Bergkristalle darunter, glitzern in der Sonne und lassen an einen Kristalllüster denken; mit der Lupe zu sehen. - Huchenfeld; Mittlerer Buntsandstein.

Löss 1: Der Löss ist ein sehr weiches, hellgelbes Gestein. Ein einzelnes kleines Lösskorn enthält Quarz, Kalk, Ton und Eisen. Träufelt man Salzsäure auf den Acker, dann schäumt der Lössbrocken auf. - Mühlacker, Maulbronner Weg.

Löss 2: Ein Lössbrocken lässt sich mit den Fingern zerbröseln. Der Löss zerfällt mehlartig, staubartig. Der Löss ist eine Windablagerung. Staubstürme brachten ihn in geologisch jüngster Zeit aus der Rheinebene ins Enzkreisgebiet.

Lösslehm: Regenwasser löst als schwache Säure die Kalkteilchen im Löss auf. Der Löss wird tonig-lehmiger. Auf Salzsäure reagiert die Ackerkrume nicht mehr. Dieser Lösslehm ist bei Starkregen schon einmal zerflossen, hat sich dann aber beim Trocknen wieder verfestigt. - Pforzheim, Müllers-kreuz.

Lösskindel, Lösskindl: Das Regenwasser löst Kalkteilchen auf, fällt sie aber nach einer Weile wieder im Boden aus. Die Kalkteilchen reichern sich zu Gebilden an, die oft wie Püppchen, Männchen oder eben Kindel aussehen. Im Enzkreis sind die Lössschichten geringmächtig und die Lösskindl meistens klein. - Mühlacker-Ötisheim, Äcker in der Nähe der Kirche.

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Lumachelle: siehe "Schillkalk"!

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Muschel im Muschelkalk

Muschelkalk: der blaugraue Kalkstein ist von einer dünnen Schicht aus gelblichem Tonmergelstein bedeckt. In dem weicheren Tonmergel stecken ein paar graublaue fossile Muscheln und Muschelschalentrümmer. - Pforzheim, Westtangente; Oberer Muschelkalk.

Muschelschalentrümmerbank im Muschelkalk

Muschelpflaster auf Muschelkalk: viele kleine Muscheln dicht an dicht auf und im Stein