Steinbilder II - Gesteine, Mineralien und Fossilien im Stadtgebiet von Pforzheim und im Enzkreis

 

Fortsetzung der alphabetischen Liste, die mit und bei Steinbilder I beginnt:

Rötmergel, Rötton: gelblich-grünlich-rötlich-bräunlicher Mergelstein mit viel Tonanteil, fein-bröckelig verwitternd. - Pforzheim, Römerstraße, 50m unterhalb der oberen Schranke; Oberer Buntsandstein, am Übergang zum Muschelkalk.

Sandstein-Scheinkristalle: nach skalenoedrischen Calcit-Kristallen. - Pforzheim-Huchenfeld, Nagoldhang; Kugelkorizont im Mittleren Buntsandstein.

Steinsalzkristallmarken: Scheinkristalle im grünlich-grauen Sandstein, nach ehemaligen Steinsalzkristallen; eingesunkene Würfelflächen. - Schützingen, Gausberg; Stubensandstein im Keuper.

Schilfsandstein: Ein Sandstein mit Strömungsrippeln, in der Mitte mit Kreuzschichtung. Die rötlichen Striche sind Eiseneinlagerungen, die die Sandkörner = Quarzkörner rötlich-violett verfärben. In den unteren Lagen ist der Schilfsndstein flachplattig, schiefrig. - Ölbronn, Eichelberg; Keuper

Schillkalk: Muschelschalentrümmerkalk mit Trochiten. - Pforzheim, Obsthof oder auch Westtangente, Grünbrücke; Trochitenkalk-Formation, Oberer Muschelkalk.

Schillkalk: mit Muschelresten und Terebratelspuren; ganz rechts ist eine Terebratel herausgebrochen; an den Fossilresten hat sich gelb verfärbter Calcit angelagert. - Mönsheim, Wartsteig; Trochitenkalk-Formation, Oberer Muschelkalk.

Schillkalk: In und an den Muschelschalentrümmern, den Resten von Muscheln und Terebrateln hat sich reichlich Limonit, Brauneisenerz, angelagert. - Pforzheim, Hohberg, Waldwege; Oberer Muschelkalk.

Schwarze Schiefertone: Dunkler Tonstein, der fein verteilt Pyrit enthält. Nimmt man ein goldglänzendes Pyritstück in die Hand, werden die Finger schwarz! Pyrit verursacht die schwarze Farbe. Das Tongestein verwittert blättrig, schiefrig. - Birkenfeld, Erfurter Straße, Panoramabahnstrecke; Unterer Muschelkalk.

Seelilienbreccie: Ein Dolomitstein ist mit Trümmern von Calcit-Einkristallen durchsetzt. Sie haben ihren Ursprung in Seelilien-Stielgliedern. Der Calcit-Kristall (rechts) glitzert nicht in der Sonne, sondern er spiegelt. Im Sonnenlicht gedreht, leuchtet die Spiegelfläche hell auf (mittleres Bild). - Pforzheim, Römerweg, an der Schranke; Unterer Muschelkalk.

Siderit: Eisenspat, ein Eisenkarbonat, rhomboedrische Kristalle. - Salmbach, im Eisenwald; im Buntsandstein.

Steinmergel: Der Mergelstein enthält Ton und Kalk. Er verwittert und zerfällt schalig mit glatter Oberfläche. Sein Tonanteil macht ihn glatt, sein Kalkanteil macht ihn säureempfindlich, siehe Folgebild. - Schützingen, Gausberg, Weinbergstein; Keuper.

Steinmergel: Salzsäure wird auf den Steinmergel geträufelt. Weil er einen hohen Tonanteil hat, bilden sich mit Verzögerung nur kleine Bläschen, aber viele: Es gibt auch einen Kalkanteil in diesem Mergelstein. - Weinbergstein auf dem Gausberg bei Schützingen; Keupergestein.

Steinmergel: Ein löchriges Gestein, innen dunkel, außen durch die Sonne ausgebleicht. Das Gestein ist stark verkieselt, so dass sich bei Salzsäure nur kleine Bläschen bilden. In den Löchern sind reichlich Kalksteinreste. Sie reagieren heftiger als der Mergelstein selber. Über den Löchern bilden sich große Blasen. Ein Mergelstein hat Tonanteile und Kalkanteile in der Grundmasse. - Mühlacker-Sengach, südliche Äcker; Unterer Keuper.

Steinmergel: Salzsäure wird auf den löchrigen Steinmergel gegeben.

Steinmergel: Die Kalksteinreste im Loch reagieren geysirartig mit der Salzsäure. Das Reaktionsgemisch kocht blasig hoch, zuerst kleine Blasen, dann eine große Blase. Sie platzt, und das Loch ist wieder zu sehen. Aber sofort bilden sich wieder kleine Bläschen, die zu einer großen Blase werden. Sie platzt, und wieder kocht es mit kleinen Bläschen auf... - Mühlacker-Sengach, Ackerstein; Unterer Keuper.

Steinührle. Trochiten, Stielglieder der Seelilie "Encrinus liliiformis" mit Zentralkanalloch und randlichen Einkerbungen.- Bilfingen: Gauchholl, Pforzheim: Wallberg.
Stubensandstein. Keupersandstein, hier ein weißer Sandstein, bei dem die Quarzkörner durch ein kalkiges Bindemittel verklebt sind. Bei einem Tropfen Salzsäure reagiert nur das Bindemittel mit Gasblasen um das Quarzkorn (Q) herum.- Illingen, Alte Burg.
Terebratelbank. Trochitenkalk-Formation mit Terebrateln dicht an dicht; unterster Oberer Muschelkalk.- Friolzheim: Betzenlöchle, Niefern-Vorort: Lattenwald.
Tigersandstein. Sechs Buntsandsteine mit Wadflecken (Mangan) und Rostflecken (Eisen).- Pforzheim, Lettenbachklinge.
Ton. Kein Tonstein; weich: Nägel, Münzabdruck; Ton lässt sich zerschneiden, kneten, formen; Keuper-Ton: grün, Kleinvillars; Muschelkalk-Ton: hellgelbgrau, Wurmberg; Buntsandstein-Ton: rot, Pforzheim, Lettenbach.
Tongallen. Rotbraune Tonsteingerölle aus dem Mittleren Buntsandstein, sieben zu einem Phantsiewesen gelegt; die Gerölle sind weich, was die Reißzwecke zeigt.- Pforzheim, Lettenbachklinge.
Tonmergelstein. Mosbacher Grenzschichten, dolomitischer Mergelstein im Untersten Muschelkalk, Maserung durch Mangan- und Eisenverbindungen.- Pforzheim, Römerstraße.
Tonmergelstein. Ceratitenschichten, dolomitfreier Mergelstein im Oberen Muschelkalk.- Mühlacker-Dürrmenz, der "Mörtel" in der Kalksteinmauer unter der Burgruine Löffelstelz.
Tonstein. Kein Ton. Der Tonstein ist hart, aber mit dem Messer ritzbar; zerfällt im Wasser von ganz allein und knistert dabei.- Schützingen, Gausberg.
Trigonodusdolomit. Verwittert gelblich, löchrig, sandet ab, frisch zerschlagen glitzern die vielen rhomboedrischen Kristalle, Oberer Muschelkalk.- Mönsheim, Hupfer.
Tripel. Mikrokristalline Quarzmasse, hart, aber mit Feile formbar, weich, mit den Fingern zerreibbar, bei Salzsäure (S) keine Gasblasen sichtbar, wegen Tonanteil mit Wasser zu einer Kugel knetbar, als Schleifmittel einsetzbar.- Pforzheim, Kutscherweg.
Trochitenkalk. Trochiten, versteinerte Stielglieder der Seelilie "Encrinus liliiformis" auf Kalkstein und als Calcit-Einkristall im Stein, mit im Licht spiegelnden Flächen und rhomboedrischen Formen.- Bilfingen, Gauchholl.
Urenzgeröll. Tertiärer Höhenschotter, die Kiesel der Ur-Enz; links Buntsandsteingerölle, rechts gerundete Hornsteine aus dem Mittleren Muschelkalk.- Enzberg, Enztalhang.

Urenzgeröll: in Idar-Oberstein getrommelte Ackersteine aus Mühlacker-Enzberg

Verquarzter Buntsandstein. Löchrige, braungraue Schicht mit glitzerndem Quarz, der unter dem Mikroskop zu winzigen Bergkristallen wird.- Neuenbürg, Müßebene.
Violetter Horizont. Blauvioletter mürber Buntsandstein.- Pforzheim, Lettenbachtal.
Wad. Schwarze Gesteinsmasse mit Manganoxid, Manganhydroxid und Eisenverbindungen, erdig, pulvrig, weich, wasserhaltig. Finger oder Wattestäbchen werden beim Berühren schwarz. Das Wad färbt ab.- Waldrennach, Hundstal.

Wellenkalk: Niefern, Dürrmenzer Weg oder Heimsheim, Silberberg; Unterer Muschelkalk.

Wurstelmergel: ein fossilreicher Mergelstein, würstchenartige Gebilde; an der Münze liegen kleine Muscheln. - Heimsheim, Silberberg oder Niebelsbach, Heumahd; Unterer Muschelkalk. Der Wellenkalk liegt als Schicht darüber.

Zellendolomit: ausgelaugter Dolomitstein; in den Löchern waren die weichen Mineralien Gips und Steinsalz, die vom Wasser herausgelöst wurden. - Niefern-Vorort, am Weg hoch zum Lattenwald oder in Wurmberg an der Wiernsheimer Straße; Mittlerer Muschelkalk.

Die lange Liste der Steinbilder von A-Z wurde im Juni 2014 abgeschlossen. Aber es finden sich immer wieder einmal neue "Steine" in Pforzheim oder im Enzkreis. Sie werden unter Steinbilder III ab Juni 2014 aufgeführt und angeklickt unter:

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