Das Geschehen hinter der geschlossenen Tür

 

Das Mineralienmuseum Pforzheim hat zwar seine Pforten für immer geschlossen, aber damit ist nicht alles vorbei! Da ist noch Betrieb, da ist noch Leben, und da gibt es auch noch eine Zukunft! Wenn Sie, liebe Besucherinnen und Besucher dieser Seite, einen Blick auf die Geschehnisse hinter der geschlossenen Tür werfen wollen,

dann sind Sie hier eingeladen!

Der Aushang am Eingang zum Museum läutet das endgültige Aus ein!                   

 

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Die Abwicklung des Museums hat der Erste Vorsitzender des Vereins in die Hände genommen.

 

 

Eine kleine Farbexplosion soll die lange Wartezeit auf diese Unterseite entschuldigen.

 Viele Bilder von den Vitrinen und den ausgestellten Stücken kennen Sie schon. Hier wird geschildert, was seit der Schließung passiert ist, ein Bisschen Hintergrund-Information und was beim Aufräumen "an's Licht" gekommen ist.

 

Die Udobunte Welt ;-)

im Wismutrausch.

 

 

 

Unten folgt mehr.

Diese gezüchtete Stufe ist zurückgegangen an Udo Behner. Sie war in seiner Vitrine ausgestellt - aber diese Ansichten in der "Explosion" werden Sie wohl nicht so wahrgenommen haben...

Eine Zukunft muss erarbeitet werden!

 

Schon vor der endgültigen Schließung des Museums war mit einer Bestandsaufnahme angefangen worden: Der Inhalt aller Vitrinen war zum Zeitpunkt der Schließung fotografiert und akribisch aufgelistet. Diese aufwändige und arbeitsintensive Auflistung des Bestands war nach vielen Jahren Museumsarbeit zwingend notwendig geworden. 

Eigentümer- und Standort angaben erleichtern alle folgenden und noch anstehenden Arbeiten.

 

Nicht nur eine Pandemie bietet Anlass anders um zu gehen mit der Zukunft! 

 

auch hier ist Vorsicht geboten!

 

 

Selenit (Gips),

Swan Hill,

Victoria,

Australien.

 

( ein mit Absicht ausgewähltes Detail! ;-)

 

Die Vitrine nummer eins:

Alles wurde fotografiert und in Listen eingetragen, von der ersten Vitrine...

bis zur letzten, so wie im Grundriss verzeichnet.

Grundriss des Mineralienmuseums im Unter-geschoss des Industriehauses.

 

Die letzte Vitrine, Nummer 53

Bereits in 2017 hatten die Vereinsmitglieder Bernd Hagen und Fritz Blatter die gesamte Ausstellungs-fläche ermittelt: 151,6 m². Eine beeindruckende Zahl! Dabei nicht eingerechnet sind die Vitrinen im Arbeitsraum und im Lagerraum. Auch in zwei separaten Kellerräumen lagerten Mineralien.

Im Museum in Dillweißenstein war die Ausstellungs-fläche noch umfangreicher gewesen!

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Ein Museum kostet Geld!

 

So wie für das Museum in Dillweißenstein, hat die Stadt Pforzheim die Mietkosten für die Museums-räumlichkeiten, seit 2006 im Untergeschoss des Industriehauses, übernommen.

Dieser Zuschuss zum laufenden Museumsbetrieb fiel  durch ein Gemeinderatsbeschluss in 2016 über dem Haushaltsplan 2017-2021 weg. Das Regierungs-präsidium hatte Sparzwängen angeordnet für die Stadt Pforzheim.

Auch andere Kultureinrichtungen sind von kommunalen Sparzwängen betroffen, obwohl  öffentliches Interesse daran besteht.

Die heutige Pandemie verschärft diese Situation.

 

Mit dem Umzug von Dillweißenstein nach Pforzheim, in das Industriehaus, hat die Sparkasse sich finanziell sehr stark engagiert.

 Der damalige Vorstandsvorsitzender Wolfgang Daum hat sich sehr für den Umzug des Mineralienmuseums in das Industriehaus eingesetzt.

 Bis Ende 2017 hat die Stadt Pforzheim den Zuschuss bezahlt.

 Seitdem übernimmt die Sparkasse die Kosten, die aus dem Nützungsvertrag zwischen Industriehaus GmbH und Arbeitskreis Mineralienmuseum Pforzheim-Dillweißensten e.V. entstehen.

 

Rein aus eigenen Mitteln kann fast kein Verein einen Museumsbetrieb finanzieren!

 

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Momentan entsteht das neue Turm Quartier:

 

Im Neubau wird eine außergewöhnliche Mineralienpräsentation integriert;

die Stücke hierfür stammen aus der Sammlung der Stadt Pforzheim, die der Sparkasse und die des Vereins.

Unsere momentane Aktivitäten sind auch auf diese Neu-Orientierung ausgerichtet.

Die ganz erhebliche Reduzierung der Ausstellungsstücke verlangt ein neues Konzept. "Digitalisierung" wird ein großes Stichwort sein.

Die virtuelle Realität lässt Grüßen!

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Aufräumarbeit - das Leeren der Vitrinen,   die Besitzverhältnisse und die Aussteller

 

So sieht Aufräumen bei Olaf Essert aus:

Sehe oben: in dieser letzten Vitrine nr. 53 waren nur Stufen aus der weltweit bekannten Grube Clara, die im Schwarzwald immer noch in Betrieb ist.

Beide Großstufen unten sind Vereins-Eigentum. Diese werden auch zukünftig in der neuen Ausstellung zu sehen sein.

Alle andere Stufen gehören auch Olaf Essert.

 

Einige Stücke von Olaf Essert übernimmt die Sparkasse für die neue Ausstellung. Gut verpackt gehen alle andere auf Heimreise!

 

Die meisten Eigentümer hatten Listen mit ihren Stücken erstellt.

 

Hier eine Übersicht der Listen:

Die Übersicht ist nicht vollständig. Sie wurde in dieser Form bereits in 2014 erstellt.

Es war das Besondere in unserem Museum:

Viele Sammler haben das Ergebnis ihrer "Expeditionen" gemeinsam der Öffentlichkeit vor-gestellt. Sie wollten ihre Funde nicht nur irgendwo in einem Keller aufbewahrt sehen. Dafür sind solch schöne Raritäten viel zu Schade!

 

Im Laufe der Jahren haben die Stadt Pforzheim und die Sparkasse sich als Unterstützer der Museumsidee erwiesen, indem sie einige Privatsammlungen für das Museum angekauft haben, um die Attraktivität der Mineraliensammlung zu erhalten und zu steigern.

 

Der Arbeitskreis Mineralienmuseum hat durch Schenkungen und Zukäufe auch selbst viele Mineralien in seiner Obhut bekommen, um hiermit die Öffentlichkeit satzungsgemäß für die Themen Geologie und Regionalgeschichte zu begeistern.

 

Mit Bergbauspuren direkt vor der Haustüre im Würmtal und in Neuenbürg, oder weiter weg im Schwarzwald oder in der Pfalz, wird Geschichte durch Fundstücke greifbar.

Das wird auch in der neuen Präsentation so sein!

 

 

 

Diese Broschüre, verfasst von

Franz Littmann, 

mit Bilder von u.a.

Jörg Gassmann,

findet man im 

Internet.

Violetter Fluorit, ein seltener Eigenfund von dieser oben abgebildeten Verladestation aus ca. 1982.

Bildbreite 3 cm.

Original Neuenbürg

Oxydiertes Silber ist auch schwarz...

  In früheren Zeiten hätte diese Nachricht ein "Großes Berggeschrey" auslösen können!

 

Die Geschichte geht seinen Lauf.

 

Damit solch schöne Stücke nicht im Keller landen, weil dafür kein Platz ist in der neuen Präsentation, haben die Mitglieder des Arbeitskreises beschlossen, einige dieser Stücke dem Besucherbergwerk Frisch-Glück als Schenkung zu überlassen. 

Schon kurz nach der Schließung des Museums wurden die Stücke, auch der oben abgebildete "Erdreichschatz", an einer Delegation aus Neuenbürg feierlich übergeben.

aus der Pforzheimer Zeitung vom 12.09.2020. Eine Pforzheimer Delegation begutachtet die Stücke am neuen Standort.

 

Die Vitrine 1 ist ausgeräumt.

 

Die Vitrine 1 war der Blickfang am Eingang zum Museum. Hier waren besonders wertvolle Stücke ausgestellt. Es war die einzige Vitrine, die mit einem Doppelschloss gesichert war.

So seht nun die Vitrine 1 aus, die ganz oben als erste abgebildet wurde: Verschwunden sind die

wertvollen Steine, zum größten Teil Schmuck-steine aus der Sammlung Schupp. 

 

Frank-Jürgen Schupp

 

 ist der letzte Inhaber der  Firma Rudolf Schupp e.K. Die Firmengeschichte geht zurück bis in das Jahr 1744.

Wer sich die Mühe nimmt, die Firmenhistorie zu lesen, kann sich vorstellen, dass das Gespräch beim Abholen der Stücke sehr unterhaltsam war!

                  www.edelsteine.com

 

 

Nur noch einige Sonderstücke verweilen noch dort, bevor auch dieses Vereinseigentum verpackt wird.

Potenzial für 

"a girls best friend"

Wer sich nicht auskennt, sieht nicht sofort , dass dieses Stück ein 46-Carat-Rohdiamant ist. Das Funkeln deutet bereits auf erhebliches Potenzial hin!

Künstliches Funkeln

   

 

Auf den ersten Blick einen schmucken Stein, der auch in dieser Vitrine hätte untergebracht sein können.

Die Rückseite ergibt ein anderes Erscheinungsbild - einem anderen Schliff geschuldet.

 

Die an anderer Stelle beschriebene Vitrine mit diesen von Udo Behner künstlich gezüchteten Kristallen, ergab beim Ausräumen und Dokumentieren noch einige hübsche Bilder. Ansichten, die man so in der Vitrine nicht wahrgenommen hat:

K

(

Al,

Cr

)

(

S

O

4

)

*

(

H

2

O

)

 

 

 

 

                                                 

Die Farbdarstellung ist eine andere, als bei den analogen Bildern

Hier ist Farbe verschwunden.

Nicht zu leugnen ist, dass manche der Zucht-Kristalle sich im Laufe der Jahren verändert haben. 

Das Seignettensalz zersetzt sich; langsam aber sicher!

Ein natürlicher Vorgang, in diesen Fällen verursacht durch Schwankungen in Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Arsenkies/Calcit, Trepca*

Auch hier ist Zerfall deutlich sichtbar;

ein nicht ausgestelltes Stück aus dem Nebenraum im Museum.

 

 

Im weiteren Verlauf dieser Unterseite werden Sie viele interessante Bilder anschauen können, die nach und nach einfügt werden.

 

Die Vitrine 36 im roten Pfalz-Raum,

war der Sammlung Aupperle gewidmet. Vater und Sohn waren begeisterte Sammler, die zum großen Glück für das Mineralienmuseum, die Bereitschaft gehabt haben, Ihre Funde der Öffentlichkeit zu zeigen. Das war beiden ein wichtiges Anliegen.     Der Abholtermin war emotional beladen, weil auch unser ehemaliger Vorsitzender Norbert Imhoff mit dabei war, der mit dem Vater und dem Sohn gemeinsam des öfteren vor Ort gesammelt hat. Die Vitrinen sind leergeräumt - und übergangsmäßig inzwischen bestückt mit Stufen für die neue Präsentation.

 

"Aupperle Junior" holte die Sammlung, die er mit seinem Vater zusammen aufgebaut und dem Museum überlassen hat, ab. 

Die neue Ansicht...

 

Weitere Impressionen aus dem "Roten Raum"             

                                                                an-

                                                             durch-

 

 

                                                                 aus-                                                                          -Blicke.  

 und doch hat das nichts mit Corona zu tun....

Aber die Wehmut in Kunstkreisen wird deutlich!

Die Schatztruhe

 

Im Arbeitsraum steht seit eh und jeh immer noch eine kleine Schatztruhe - besser gesagt: einen großen Schubladenschrank mit kleinen Schätzen - den Micromounts.

Die letzte, die geöffnete Schublade hat die Nummer 52.

 

Jede Schublade ist unterteilt in 32 Fächer.

 

Summa Summarum: 1664 kleine Mineral-Aufbewahrplätze.

 

- Nicht alle sind im Moment belegt.

 

Akribie war erforderlich, um aus allen Schubladen Privateigentum aus zu sortieren.

 

Micromounts im eigentlichen Sinne lassen sich unterbringen in diesen kleinen transparenten Mineralienboxen, ca. 25 x 25 x 20 milimeter, wie unten abgebildet. 

Beide unterste Reihen sind schon "Kleinstufen-Boxen".

 

Es gibt Sammler, die sich auf diesen Kleinstufen oder / und Micromounts spezialisiert haben. Es erfordert wenig Platz. Und unter dem Mikroskop seht man den schönsten Kristallen! Die kleinsten sind oft am intaktesten. Und manche Mineralien gibt es (fast) nur in Kleinformat.

Die Übersetzung "kleiner Berg" ist auch ganz nett,

aber die Bezeichnung "Micromount" leitet sich her vom Verb: to mount. Das bedeutet: montieren. Also: ein montiertes Kleinteil von ca. 15 x 15 mm.

Alle Micromounts und Kleinstufen Eigentum von Frank Oppenländer, ehemaliges Vereinsmitglied.

 Noch 3 weitere solche Kartons wurden ihm zurückgegeben.

 

 In den Schubladen befand sich sogar dieses schöne "Stinkquarz-aggregat", das hier endlich mal wieder gezeigt werden kann:

 

Ein besonders schönes und großes Exemplar!

Vorder- und Rückseite: beide schön.

Fundort: Wurmberg.

 

 

Auf einem Bild ist nicht eindeutig erkennbar, ob ein Stück groß oder klein ist.

Fluorit, Käfersteige; 26 x 22 cm

Fluorit, Grube Clara; 3,5 x 2 cm

 

Diese Schatztruhe, Kleinstufen und Micromounts werden in Zukunft vorgestellt unter:

 

Die Schatztruhe

 

Als Vergleich soll nach Möglichkeit immer auch eine Hand-Stufe oder eine Groß-Stufe abgebildet werden.

Die "Größe" dieser Stücke leitet sich schon aus deren Benennungen ab. Besonders schöne Großstufen werden auch "Museumsstufen" genannt.

 

Diese "Museumsstufe" musste genauest möglich gemessen werden für den Bau einer neuen Vitrine. Die Stufe kommt in die neue Ausstellung und wird überraschend präsentiert.

 Eine ungewöhnliche Perspektive!

Noch ein neuer Blickwinkel!

Verpacken und Abtransport                                                      

Tiefgarageneinfahrt der Sparkasse, Museumstraße.

 

Hier konnten die Eigentümer mit ihren Transportmitteln bis fast vor der Tür des Museums einfahren. Weil normalerweise abgesperrt, musste Transport immer angemeldet werden.

 

Eingänge Tiefgarage und Museum liegen sich gegenüber.

Kurz nach Mitte April vollzogen sich im Treppenhaus weitere Veränderungen:

Das Hinweisplakat EG - UG wurde entfernt

Und man seht "Mineralienmuseum"

beim austrocknen der Zuspachtelung langsam  verschwinden...

 

 

Nicht Museumsbesucher beleben, sondern Verpackungskisten belegen diesen Flur.

Noch leere rote Verpackungskisten beherrschen den Blick von der anderen Seite in den gleichen Flur.

 

Städtisches Eigentum steht zum Abtransport bereit.

 

Im Stadtarchiv ausrangierte Verpackungskartons wurden vom Kulturamt zur Verfügung gestellt um die Stufen zu verpacken.

Ein mobiler Tisch mit weißer Rückwand zum Fotografieren.

In den Ordnern rechts davon, an der Wand, befindet sich die Dokumentation zum Nachschlagen.

Die Kisten unter und neben dem Tisch sind gefüllt mit Vereinseigentum.

Nach der Kontrolle mit der Dokumentation und vielfach neuen Bildaufnahmen, wurden die Stufen Sachgerecht in den Kisten verpackt.

allen Kisten wurde einen Zettel beigelegt, worauf der Inhalt notiert ist.

Viele Stücke sind jetzt auffindbar in der digitalen Katalogisierung.                                                                                   

Das in 1992 eingetragene Stück wurde bisher nie fotografisch dokumentiert.

Es war ausgestellt in Vitrine 10, "Wölsendorf".

Eine Teilansicht dieser Honigspat-Stufe.

Diese Stufe war bisher weder eingetragen noch fotografisch dokumentiert. Sie wurde nun katalogisiert mit Bild und Nummer.

 

 

Zum Glück ist bei vielen Stufen bereits eine Dokumentation vorhanden (links). Neue Bilder konnten hinterlegt werden (rechts).