Steine aus dem Mittleren Muschelkalk

A. Die bunte Fülle

Der Mittlere Muschelkalk liefert eine bunte Fülle an Gesteinen. Das sollen die beiden Fotos zeigen. Diese Gesteine verwittern zu einem guten Ackerboden, der auch heute noch an vielen Stellen unter den Pflug kommt. Die Äcker und die Gesteinswelt des Mittleren Muschelkalks sind dann im Winterhalbjahr gut einsehbar.

 

B. Die Steine aus den unteren Lagen

Im Mittleren Muschelkalk wurde das Meer zunehmend lebensfeindlicher. Zu viel Wasser verdunstete, Frischwasser strömte kaum nach, das Meer wurde salziger, und es fehlte der Sauerstoff. Am Meeresboden bildete sich Faulschlamm. Anfangs trotzen noch ein paar Muscheln den widrigen Umständen. Sie stecken heute als Fossilien in den untersten Schichten, den Orbicularismergeln (O) und der Geislingen-Folge (G). Der Kalkstein der Geislingen-Folge ist wie der Stinkkalk (S) bituminös dunkel. Durch die starke Verdunstung dickte das Meerwasser ein und verlor an Lösungskraft. Kalk, Dolomit, Anhydrit/ Gips und Salz wurden ausgefällt. In den Hohlräumen der Kalk- und Dolomitschichten konnten Calcit und Dolomit auskris- tallisieren. Es entstande neben ebenplattigen Dolomitsteinen (D) auch viele drusige Dolomitsteine (DD), mit Calcit (C) und Limonit (L). Es gibt Blaukalk und Brockelkalk mit Calcit-Adern (BC). Man stößt auf weiche grüne Tonbrocken, die sich bearbeiten lassen (T). Anhydritkristalle bildeten sich, die sich später wieder auflösten. Ihre Negativformen sind in den Dolomitsteinen zu erkennen (A).

Fundort: Tunnelbau Pforzheim-Ispringen, 2016, im unteren Mittleren Muschelkalk. Kalzit-Kristalle auf einem Dolomitstein. Kalzit-Bildungen in diesen Mengen gehören in den unteren Bereich des Mittleren Muschelkalks.
Fundort: Tunnelbau Pforzheim-Ispringen, 2016. Schön ausgeprägte Calcit-Kristalle auf den Wellen des Muschelkalkmeeres. Große Kristalle in dieser Menge gehören in den unteren Mittleren Muschelkalk, hier aus der Geislingen-Formation.
Nahaufnahme der Calcit-Kristalle im vorhergehenden Bild!

C. Die Steine aus den oberen Lagen

Im späteren Verlauf des Mittleren Muschelkalks senkten sich die Gebiete, wo es schon einmal Verbindungspforten zum Weltmeer gegeben hatte. Sauerstoffreicheres Frischwasser strömte ins Muschelkalkmeer, was

- die Faulschlammbildung reduzierte,

- die Lösungskraft des Wassers für die Kieselsäure verminderte

- und das Meer wieder lebensfreundlicher machte.

 

So gibt es in den oberen Gesteinslagen des Mittleren Muschelkalks      - keine dunklen, stark bituminösen Kalksteine. Der Dolomitstein dominiert variantenreich: Zellendolomit (Z), gebänderte Dolomitsteine (GD) mit Limonit (L), weiche dolomitische Mergelsteine (DM), verquarzte Dolomitsteine mit Drusen (V),(VD),DD+V), andere mit Calcitkristallen und Schwerspat (C+Sch).                                               - Viele Gesteine enthalten jetzt auskristallisierte Kieselsäure = sie sind verquarzt, mikro- und makrokristallin: Hornsteine mit  Quarz- und Chalcedon-Ooiden (OH) Hornsteine mit kleinen Bergkristallen (HQ), Chalcedonsteine (Ch), Quarzbreccien (QB) und die Pforzheimer Stinkquarze (P St). Es gibt den Tripel, eine 20-cm-Schicht, die bis zu 80% mikrostrillinen Quarz enthält.                                                         - Schließlich tauchen in der Hornsteinschicht wieder die ersten kleinen Muscheln und Schnecken auf (F für Fossilien).

Fundort: Birkenfeld-Dammfeld, in Idar-Oberstein als Trommelstein bearbeitet: Eine winzige Turmschnecke auf einem geschliffenen Hornstein ist zwischen den Ooiden eingebettet.

D. Der eigene Versuch der Zuordnung

 

Wenn Sie mögen, können Sie selber ein bisschen zuordnen:

1. Gehört das abgebildete Gestein in den unteren oder eher in den oberen Bereich des Mittleren Muschelkalks. Entscheiden Sie mit unten/ oben!

2. Welches Stichwort gehört zu welchem Bild:

Stinkkalk - Ton - Chalcedon - Tripel - Quarzbrekzie - Zellendolomit?

 

(Für die Lösung mit dem Cursor übers Bild fahren. Nicht anklicken!

Für eine Vergrößerung des Bildes, aufs Bild klicken!)

E. Der zweite eigene Versuch der Zuordnung

 

 1. Oben oder unten

 2. Stichwörter:

Verquarzung im Dolomitstein mit hellen Flecken - Quarzkristalle auf einem Hornstein - Pforzheimer Stinkquarz - Bituminöser Kalkstein aus der Geislingen-Folge - Quarz- und Chalcedon-Ooide auf  einem  Hornstein - Hornsteinfossilien