Laurion - das Lesen der Reime lohnt sich schon!

Eine Annäherung an das weltberühmte Bergbaugebiet bei uns im Museum und in Griechenland unter dem Aspekt von zehn Konjunktiven.....

Aragonit-Stufe in unserer Laurion-Sammlung, durch Aurichalcit (Kupfer-Zink-Carbonat) himmelblau und mit seidigem Glanz. Blauer Aragonit ist typisch für Kupfer-Zink-Lagerstätten, die Laurion hat.

1. Wenn man die Hafnerwiese in Pforzheim mit Laurion in Griechenland vergliche....

Es gibt in unserer Stadt,

in Pforzheim, eine Hafnerwiese,

wo sich in den Ackersteinen

Interessantes finden ließe,

falls man einen Hammer hat.

Die Wiesenäcker sind

im unteren Bereich

an Kupferverbindungen

durchaus reich.

Wenn man auf die Steine schlüge,

gäb es Azurit und Malachit

in Spuren zur Genüge.

Dolomitstein aus dem Unteren Muschelkalk mit blauem Azurit und grünem Malachit, schwarzem Manganoxid und gelblichem Limonit. Hafnerwiese, Buckenberg, Pforzheim.

Wenn ein Laie das entdeckt,

dann fühlt er sich als wie ein König.

Doch was immer da im Steine steckt,

fürs Museum ist´s zu wenig.

Einfach nicht spektakulär.

Ein Museum braucht da mehr!

In unseren Laurion-Vitrinen: intensiv blaue Azurit-Stufen, rechts auch mit grünem Malachit

Und damit sind wir schon

beim weltberühmten Laurion.

Laurion in Griechenland,

in der Mineralienwelt bekannt,

ein Begriff in Sammlerkreisen.

Und wir sind gut bestückt,

das will was heißen.

Wir haben zwei Vitrinen voll,

die das Sammlerherz entzückt.

Hafnerwiese - nicht so toll!

Konichalcit - wasserhaltiges Calcium-Kupfer-Arsenat, Name griechisch (konia: Staub, chalkos: Kupfer = Kupferstaub); seltenes Mineral, gelbgrüne Farbe; oft zusammen (vergesellschaftet) mit blauem Azurit und gelblichem Limonit. - Laurion, Griechenland.

2. Wenn der wirklich Kundige zu uns ins Museum käme...  

Weil das einfach mal so ist,

hat man doch als Spezialist,

als Fachmann oder Sammlerin,

gelegentlich so zwischendrin

beim Begehen unserer Räume,

kleine Wünsche, große Träume:

"Ach, hätt ich das,

das wäre was!

Ach, wäre das mein Eigen,

was die Vitrinen mir hier zeigen!"

Sie gehen nun auf diesem Gang

vermutlich interessiert entlang.

Im Hintergrunde winken Ihnen

zwei ganz besondere Vitrinen.

Mineralienmuseum Pforzheim, Blick auf die beiden Laurion-Vitrinen im Hintergrund mit etwa 80 Exponaten
Zwei Vitrinen für Laurion

3. Wenn man einen Blick auf die Karte würfe...

 

Nicht mittendrin,

eher doch am Rand,

liegt Laurion

in Griechenland.

Beschriftet und bepfeilt

ist dieser Ort,

und farblich ganz in Blau,

geschrieben steht nun dieses Wort

mit w und u

und manchmal auch mit vau.

4. Wenn Laurion keine Buntmetalle hätte...

 

Weil die Menschheit schon

seit langem Buntmetalle liebt,

liebt sie gleichermaßen Laurion,

weil es die dort gibt.

 

Natürlich liefern

diese Lagerstätten

auch schöne Stufen,

die echte Sammler

gerne hätten.

Davon träumen alle:

ein Besuch in Laurion.

Und so mancher

war da schon,

in den Höhlen,

in den Gruben,

Bergwerksminen

und stellt dann

schöne Stufen

bei uns in die Vitrinen.

Zwei Vitrinen mit rund 80 Stufen aus Laurion

5. Wenn wir mal zwei Mineralien aus Laurion in ein paar Reime zwängen...

 

Das erste sei: LINARIT

 

Nur ein Blick, man sieht´s genau,

das Mineral, der Linarit,

ist wegen seiner Farbe Blau

verwechselbar mit Azurit.

Linarit - Kupfer-Blei-Sulfat; Sulfate sind Salze der Schwefelsäure. Mehr in den Versen!

Der Name wurde nach Linares,

einer Stadt im Süden Spaniens,

ausgesucht, ja, genau so war es.

Linarit besteht aus dreierlei:

in erster Linie ein Sulfat

mit Kupfer, außerdem auch Blei.

Zweiwertige Metalle,

darin sind sie gleich,

und in jedem Falle

als Metalle

ziemlich weich,

in der Natur und der Struktur.

Außerdem hat Linarit

auch noch Wasser im Kristalle.

Von Härte also keine Spur.

Nach Mohs und seiner Skala nur

etwas zwischen zwei und drei.

Ja, so ist das halt beim Linarit,

zu viel Kupfer, zu viel Blei.

Das zweite sei: LAVENDULAN

 

Denkt man a(h)n

Lavendulan,

zeigt sich

dieses Mineral

so manches Mal

als Aggregat

nur krustig-fad,

aber auch in radialen,

freilich doch

sehr kurzen Strahlen,

Lavendulan - Natrium-Kupfer-Calcium-Arsenat mit Chlor-Beimengungen; Arsenate sind Salze der Arsensäure. Mehr in den Versen!

oder kleinen netten,

sagen wir, Rosetten,

eben rund.

Im Hintergrund

blauviolettes Lavendelblau,

vorne, und das sieht man

ganz genau,

türkisfarben, grünlich blau.

Die Kristalle millimeter groß,

2,5 auf der Härte-Skala

von Herrn Mohs.

In der Chemie ein Arsenat,

mit Natrium, Kupfer, Calcium

und da und dort ein Chlor-Ion:

Lavendulan aus Laurion.

Glaukokerinit - ein seltenes Mineral, von himmelblauer Farbe, ein wasserhaltiges Kupfer-Zink-Tonerde-Sulfat, Wachsglanz und wachsweich mit Mohshärte 1. Tonerde steht für Aluminium; Sulfat ist ein Salz der Schwefelsäure; auf Mineralproben aus Laurion entde

6. Wenn man mal an alte Zeiten dächte...

 

Die Lagerstätten waren

schon vor Tausenden von Jahren

heiß begehrt

und haben einst,

wie die Geschichte lehrt,

den Reichtum in Athen vermehrt,

durch Silber anfangs und auch Blei,

Eisenerze mit dabei

und in jedem Falle,

insgesamt die Buntmetalle.

 

Imenser Reichtum ließ Athener

Bergwerksbosse ruhig schlafen,

denn vor Ort die Schwierigkeiten

erledigten die vielen Sklaven,

zu tausenden in antiken Zeiten.

Smithonit - Zinkspat, Edelgalmei, ein Zinkcarbonat; Carbonate sind Salze der Kohlensäure; eigentlich farblos, aber durch im Kristall eingebaute Kupfer-Ionen bläulich; traubige Aggregate; Name nach dem Mineralogen James Smithson.

7. Wenn man mal die Buntmetalle nennte...

 

Zu den Buntmetallen zählt

Kupfer, Nickel und auch Blei,

während Eisen fehlt.

Aber Zinn und Zink sind mit dabei,

ebenso Cobalt und das Cadmium.

Ein Nein! für Aluminium.

Gold und Silber lassen wir in Ruh!

Zu edel! Sie gehören nicht dazu.

EIN KURZER TRIP ZUM ADAMIN

 

Adamin ist ein selten vorkommendes Mineral.

Adamin ist ein Zinkarsenat mit Hydroxid-Ionen.

Adamin hat die chemische Formel Zn2(AsO4)(OH).

Adamit passt zu Laurion, weil es dort Zink und Kupfer gibt.

Adamin bildet sich, wenn heiße arsenreiche Lösungen in Kupfer-Zink-Lagerstätten aufsteigen und mit Kupfer und Zink reagieren.

Adamin ist ein Zinkarsenat. Das Zink kann teilweise durch andere Metalle ersetzt sein.

Adamin gibt es deshalb zinkhaltig, aluminiumhaltig, kupferhaltig, cobalthaltig, manganhaltig und nickelhaltig.

Adamin, bei dem das ganze Zink durch Kupfer ersetzt ist, wird zum Olivenit. Olivenit hat seinen Namen von der olivgrünen Färbung.

Olivenit ist ein Kupferarsenat mit Hydroxid-Ionen.

Olivenit hat die chemische Formel Cu2(AsO4)(OH).

Adamin - gelbgrünes Zinkarsenat; Arsenat - Salz der Arsensäure, ein eher seltenes Mineral, entdeckt von einem Mineralogen namens Adam in der Wüste Atacama, Chile.
winzige winzige Mangano-Adamin - ein manganhaltiges Zinkarsenat; Arsenate sind Salze der Arsensäure; winzige prismatische Kristalle; sieht aber wie rosafarbene Tropfen aus; Mangan färbt rosa.
Cupro-Adamin - kupferhaltiges Adamin. Ein Teil des Zinks ist durch Kupfer ersetzt; Farbe dunkelgrün. Weitere Mineralien sind gelbbraunes Cupro-Siderit, grüner Malachit und blauer Azurit.
Aluminium-Adamin
Adamin wird zum Olivenit, wenn das Zink vollständig durch Kupfer ersetzt ist.

8. Wenn man das Eindringen von hydrothermalen Lösungen in Kupfer-Zink-Lagerstätten und die chemische Reaktion als Liebelei sähe...

 

Vor allem

finden Säuren

ihr Gefallen

an den farbenfrohen

Buntmetallen.

Diese sind nicht abgeneigt.

Entgegenkommen wird gezeigt,

und ganz so nebenbei

gibt´s ne kleine Liebelei.

Spangolith aus der Hilarion-Mine 3, Laurion

Eine Liebelei,

wie wunderbar!

Doch sie hat Folgen,

das ist klar.

Das Säureherz

ist leicht beschwingt,

wenn es Buntmetalle findet,

sich freilich farblich

chancenlos verbindet,

weil die Eigenfarbe schwindet.

Allerhand!

Denn genbedingt

bleibt das Bunte dominant.

 

Das Ergebnis dieser Liäson:

das bunte Zeugs aus Laurion.

 

Wulfenit - Molybdän-Bleierz, ein Blei-Molybdat, Gelbbleierz; Molybdate sind Salze der Molybdänsäure; die Kristalle sind dünn, gelblich und tafelig; Name nach dem österreichischen Naturforscher Freiherr von Wulfen.

9. Wenn man ein paar Stufen von den Vitrinen auf die Homepage beriefe...

 

Farbenprächig sind die Stufen

aus Laurion in Griechenland.

Ein paar sind hier ins Internet berufen,

aus den Vitrinen, hinten in der Wand.

Die Mineralienfarben variieren.

Grüne Stufen gibt´s recht viel,

doch die blauen dominieren.

Gelbe Töne gibt es wenig.

Rotes ist noch viel geringer.

Der Farbton Blau ist hier der König,

denn oft hat Kupfer seine Finger

mit im Spiel.

Ja, so ist es, ganz genau!

Kupfer macht die Stufen blau.

10. Wenn das Weltberühmte neben dem Lokalen vergleichend stünde...

 

Serpierit aus Laurion - klingt fern und fremd,

wenn man diesen Namen nennt.

Gips aus Laurion - klingt eher doch vertraut,

weil man diesen Namen kennt.

Zwar stammt ein jedes Mineral

aus Laurion als Original,

mit angestammten Platz in den Vitrinen.

Doch andererseits gilt allemal,

so manches findet sich lokal,

bei uns hier um die Ecke,

sag ich Ihnen.

Dies und das liefert uns

der Schwarzwald schon.

Deshalb hier noch Wohlvertrautes,

allerdings aus Laurion:

Gipskristalle, Schwerspat, Fluorit,

Kupfermineralien und Calcit

aus Schwarzwald, Gäu und Neckarland

oder Laurion in Griechenland...

Man sollte beides nicht bewerten,

aber doch vergeichen.

Das könnte dann was Gutes werden,

bei schöne Stufen ohnegleichen.

Chalkanthit - ein wasserhaltiges Kupfersulfat; veralteter Name ist Kupfervitriol; Farbe: dunkelblau; die feinen Ablagerungen auf dem Gestein wirken krustig, faserig, körnig; Name mit griechischer Wurzel (chalkos - Kupfer).

Die letzten vier

sind Chalkanthit.

Die nehmen wir

zum Schluss noch mit.

Weil auch hier

ganz ungeniert

das Kupferblau

so dominiert.

Man sieht das ganz genau!