Eine Birne erzählt ihre Lebensgeschichte

Pforzheim, Seehaus,

grünes Blätterdach.

Mein Geburtsort ist

der Lettenbach.

In einer Schicht

mit Karneolen

lässt sich Ton

am Bachrand holen.

Der Hammer holte mich

als einen Batzen.

Noch heute höre ich

den Boden schmatzen.

Die Luft enzog mir

dann das Wasser.

Im Bild davor

war ich noch nasser.

Dann begannen Finger

mir eine Form zu geben.

Dabei blieb ich dauernd

an den Fingern kleben.

Doch die Finger

formten weiter,

oben schmal

und unten breiter.

Allmählich trat

die Form ans Licht:

Aha, ein Apfel

werd´ ich nicht.

Durch Schmirgeln wurde bald

mein Äußeres ein glattes.

Fürs Grundieren dann

ein Grün, ein sattes.

Verborgen hinter

eines Denkers Stirne

lag dieses Bild

von mir als Birne.

Für die Museumsnacht begann

die Zeit meines Lebens.

Doch lässt man mich fallen,

war alles vergebens.

Mit dieser birnenförmigen Lebensgeschichte warben wir für die  Pforzheimer Museumsnacht 2014. Das Thema der Museumsnacht war "Lebensgeschichten". An der Museumsnacht gab es dann die Lebensgeschichte eines Minerals, das aus der gleichen Tonschicht stammte wie die Birne.